Auf Schumanns Spuren?

Sangerhausen/Sylda/MZ/PL/PS – Die Muskeln brannten. Und das Herz klopfte wie verrückt. Doch das Hochgefühl, gerade eben über 800 Meter zum Meistertitel gerannt zu sein, bestärkte Maximilian Sluka in seiner verrückten Idee. Schon eine Stunde später stellte sich das Leichtathletik-Talent aus Sangerhausen bei den Deutschen Meisterschaften der U 18 und U 20 auch über 1500 Meter der nationalen Konkurrenz – und erkämpfte Silber.

 

Tempohärte und Willensstärke

„Eine Wahnsinssleistung“, sagte sein Trainer Wolfgang Thier danach beeindruckt. „Was der Junge hier geschafft hat, ist außergewöhnlich.“ In dem Glutofen des Rostocker Stadions zeigte der 18-Jährige am zurückliegenden Wochenende – neben seinem Talent – Willensstärke und Erfolgshunger.

In den wenigen Minuten, die Sluka blieben, bis er erneut in die offizielle Vorbereitungszone musste, hatte dazu Physiotherapeut Klaus Peschka ganze Arbeit geleistet. In dem von Taktik geprägten 1500-Meter-Lauf anschließend reichte dem Sportschüler aus Halle eine mäßige Zeit (4:06,75) zum Husarenstück.

Apropos Zeiten: Slukas Hausrekorde, seine 3:45,10 Minuten auf der längeren Strecke und die 1:50,10 Minuten auf der kürzeren, lassen für die Zukunft einiges erhoffen. Nils Schumann beispielsweise, der olympiaheld aus Sydney 2000, war als 18-Jähriger über 800 Meter in 1:48,98 Minuten nur gut eine Sekunde schneller.

Thier hatte Schumann übrigens schon im Jugendalter kennengelernt. „Nils hatte als Aktiver von seiner Schnelligkeit und Kraft gelebt, und er hatte ein unglaublich hohes Niveau auf den Unterdistanzen“, erinnert sich Thier.

Und Sluka? Der gebürtige Sangerhäuser ist mit seinen Gardemaßen – er ist über 1,90 Meter lang und dazu drahtig – ebenfalls prädestiniert für die Mittelstrecke. Als Gemeinsamkeiten nennt Thier neben dem Talent sowie der Zielstrebigkeit auch einen gewissen Instinkt: „Über 800 Meter kannst du nicht groß nachdenken“. Sluka tue nahezu immer das richtige. Sein weiteres Plus seien die Schnelligkeitsausdauer, Tempohärte und Willensstärke. Das brachte ihm nun die Meisterschaftserfolge – und eine Einladung zum U 20-Länderkampf am Sonntag in Berlin gegen Großbritannien und die Schweiz.

Ebenfalls mit einer goldenen Medaille um den Hals konnte Lucie Kienast nach Hause reisen. Die Weitspringerin aus Sylda, die wie Sluka die Sportschule in Halle besucht, setzte sich in ihrer U 18-Altersklasse mit 15 Zentimeter Vorsprung und 6,15 Meter durch. Einziger Wermutstropfen für die 17-Jährige: Am Rande der Meisterschaft wurde ihr der Nationalteam-Rucksack geklaut.

Ähnliches Pech, nur im sportlichen Sinne, hatte mit Till Blättermann der dritte Sportschüler der Region. Mit der 4x100-Staffel des SV Halle ging er als Favorit ins Rennen. Und Blättermann legte als Startläufer auch ein Höllentempo vor, beim dritten Wechsel passierte aber das Unfassbare: Ludwig Scharge verpasste den Stab und der Medaillentraum war geplatzt. Alleine gelang Blättermann (U 18) immerhin noch ein guter Platz sieben über 100 und Platz fünf über 200 Meter. Und Trainer Burkhard Gäbel versicherte: „Das nächste Jahr wird das Jahr des Till Blättermann.“

 

Wolf wird Sechste

Die vierte Starterin aus der Region war Henriette Wolf vom ASV Sangerhausen, die schon am Freitag im 3000 Meter Bahngehen am Start war. Nach siebeneinhalb Stadionrunden freute sie sich am Ende über Platz sechs mit einer Zeit von 18:46,07 Minuten.

 

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